1683

 


 

Überhaupt finden die Schützen nahezu einhundert Jahre keinerlei Erwähnung, bis sich im Protokoll des Mainzer Domkapitels vom 09. August 1683 eine Aussage über Bürgerzorn und alte Rechte der Schützen findet, die vom Stadtkommandanten empfindlich verletzt wurden.

Das Protokoll lautet: "

Schließlich auf bürgerliche Beschwehr durch die Bürgermeister vorgetrag, daß H. Commandant von Wohnsheim gegen alles Recht und Herkommen den bürgerlichen Schießgraben vernutze, undt also daß, so sie jährlich 5 Fl. (Gulden) daraus erhebe, und den Schützen zum besten gegeben oder noch geben wolle, Sie verlustigen wolle: Haben Herr Ambtmann Gnaden auf sich genohmen, solche Beschwerdt dem H. Commandanten mündtlich zu communicieren, nicht gerichtlendt, weill solches ein Uhralt Gerechtens den Bürgern Competierer (zusteht) und zur Policey gehört von noch alle freundt oder friedtliche Commandanten auch vor schandtlicher Zeith ohngekränkt gelassen worden, Er ultra (darüber hinaus) von seinem Voorhaben werde abstehen".

Die Binger Schützen hatten energisch ihr Recht auf alleinige Nutzung des Schießgrabens gegen einen allgewaltigen Militärkommandnaten durchgesetzt. Also war die Binger Schützengesellschaft nach den Wirren des "Dreißigjährigen Krieges" wiederbelebt worden und oblag offenbar fleißig dem Freischießen, was das jährliche Schussgeld von 5 Gukden belegt.

Denn schon 1675 wurden dem Erben des Schießgrabens auferlegt, den Schützen jährlich einen Braten zu spendieren und fünf Gulden zu zahlen.

(Aus "Das Buch der Jahrhunderte 525 Jahre Binger Schützengesellschaft 1471 e.V.")