1796

 


 

Die siegreichen französischen Revolutionstruppen waren eingezogen, und Bingen gehörte nun zum Departement Donnersberg.

Der Binger Schreiner Kirchner wurde zum übelsten Collaborateur der Besetzer und mit einer erstaunlichen Machtfülle als Spionen- und Fremdenkommissar ausgestattet. Die Tatsache das die SG Bingen ihn wegen seines üblen Rufes nicht aufgenommen hatte, erfüllte ihn mit Rachedurst.

Eines Sonntags ließ er die Binger Schützen vollzählig antreten und zum Marktplatz marschieren. Die kostbare, uralte Schützenfahne zog er durch die Gosse.

Danach riß er eigenhändig den Honoratioren in Schützen- Offiziersuniform die Epauletten von den Schultern und verbrannte sie zusammen mit der Fahne.

Per Dekret wurde die Schützengesellschaft aufgelöst.

Die Schmach aber saß für Jahrzehnte so tief, daß sie über Generationen böses Blut machte.

(Aus "Das Buch der Jahrhunderte 525 Jahre Binger Schützengesellschaft 1471 e.V.")